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Bedeutung der Zinsen am Kapitalmarkt

von Angela Reiner (Kommentare: 0)

Zinsen Finanzierung

Welche Bedeutung haben Zinsen am Kapitalmarkt?

1. Seit wann gibt es Zinsen?

Schon bevor es das Geld gab, begann die Geschichte des Zinses. Damals verlangten bereits die Bauern für das Ausleihen von Getreide einen Zins. Bis zu 50 % Aufschlag wurden damals für das geliehene Korn verlangt. Warum? Weil der Bauer sein verliehenes Korn nicht selbst säen konnte und damit weniger Ernte einfuhr. Der Zins war gewissermaßen eine Entschädigung dafür. 

Heute ist der Zins der Preis für das Überlassen von Geld für eine bestimmte Zeit und das damit verbundene Risiko.

Der Bau oder Kauf eines Hauses ist meist ohne einen Kredit nicht möglich. Also verlangt der Gläubiger (Verleiher des Geldes) vom Schuldner ( Käufer des Hauses) für das verliehene Geld einen Zins.

2. Wie entstehen Zinsen?

Durch Angebot und Nachfrage. Die Zentralbanken, Geschäftsbanken, Firmen und Verbraucher bestimmen die Höhe der Zinsen. Die Zentralbank kann aber den Zins nur für kurze Zeit steuern (EZB-Leitzins), ca. 1 Jahr. Die Geschäftsbanken orientieren sich dann an diesem Zins und geben diesen dann mit gewisser Marge an die Verbraucher (Konsumenten) weiter.
Die langfristigen Zinsen kann die EZB allerdings nur indirekt beeinflussen. Hier entscheiden die Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure. Heißt, als Ausgleich für einen starke Geldentwertung wird ein entsprechend hoher Zins verlangt.

3. Weshalb sind die Zinsen so tief?

Seit der Finanzkrise 2008 haben die Zentralbanken den Leitzins permanent gesenkt. Die Banken können sich somit kurzfristiges Geld günstig leihen und die Sparer erhalten deshalb wenig Zinsen auf Tagesgeld oder Festgeld (kurzfristiges). Aber auch die Zinsen für langfristige Anlagen sind stark gesunken. Von 6 % im Jahr 1995 auf ca. 0,5 % derzeit (2015).
Gründe hierfür gibt es einige.
a)Die Versicherungen und Pensionskassen müssen sich sichere Anlagen suchen, um zu den Fälligkeiten entsprechend auszahlen zu können, deshalb setzen diese auf deutsche oder amerikanische Staatsanleihen.
b) Das reale Wachstum und die Inflationsraten sind nicht so hoch wie früher. Von 4-5 % Zinsen wären hier nur noch 2,5-3% anzusetzen.
c) Die langfristigen Zinsen werden durch die EZB und die Geschäftsbanken durch den eigenen Ankauf von Anleihen gedrückt. Somit fallen die Renditen auch unter das natürliche Niveau (gezwungenermaßen).

Die Industriestaaten waren noch nie so hoch verschuldet wie heute. Somit würde ein Zinsanstieg auf die damalige Höhe einige Staaten in den Bankrott treiben.

Genau aus diesem Grund bleiben erst einmal die Zinsen, vor allem in der Euro-Zone, so niedrig.

4. Der Geld-Esel aus Stein als Alternative?

Kaufen ist oft billiger als Mieten. Vorausgesetzt man zieht selbst ein. Noch ist der Hauskauf für die Eigennutzung so günstig wie noch nie. Natürlich durch die Niedrigzinsen bei den Baufinanzierungen. Und das auch trotz gestiegener Immobilienpreise. Allerdings sollten diese Baufinanzierungen mindestens 15-25 Jahre festgeschrieben werden. Besser ist hier auch einen Komplett-Tilgung zu vereinbaren. Dann ist der Kredit nach 20-25 Jahren abgezahlt und man geht sicher, dass es kein böses Erwachen gibt. Denn sollte das Restkapital zu dann evtl. viel höheren Zinsen festgeschrieben werden müssen, kann das manche Haushaltskasse sprengen.

 

Das alles sind nur Erklärungen und Prognosen! In die Zukunft können wir (noch) nicht sehen. ;-)

 

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